Manuel Schoebel
Tuesday, 13. November 2018

Fallstudie manuel-schoebel.com Teil 1

Alle die etwas anbieten möchten, sei es eine Dienstleistung oder ein Produkt, brauchen eine Webseite die das Angebot kommuniziert. Die Voraussetzung bei der Umsetzung einer Webseite ist ein möglichst klares Bild aufzuzeigen, von dem was man vor hat.

In dem ersten Teil dieser Fallstudie möchte ich anhand der Umsetzung meiner eigenen Webseite für meine Dienstleistungen zeigen wie die Schritte zur Umsetzung des ersten Mockups ausgesehen haben:

  • Vision
  • Strategie
  • Content Struktur
  • Mockup

Im zweiten Teil folgt dann die Umsetzung und welche Technologien zum Einsatz kommen.

Vision

Der allererste Schritt für die Umsetzung meiner Webseite war zunächst ein Verständnis darüber zu bekommen, was ich eigentlich genau machen möchte. Da ich in diesem Fall für mich selbst und nicht für einen Kunden gearbeitet habe, bedeutet das eine ernsthafte Auseinandersetzung mit mir selbst und ziemlich strenge Zwiegespräche. Der grundlegende Drang selbständig zu sein allein reicht dabei nicht aus. Als kreativer Mensch mit vielen Ideen fällt es mir dabei oft nicht leicht mich auf genau eine Sache festzulegen und zu fokussieren. Also habe ich als erstes mögliche Szenarien überlegt die für mich relevant sein können um mich dann auf eine Richtung festzulegen und zu commiten.

Dabei gab es letztlich drei Alternativen, die für mich in Frage kommen und sowohl meinem Fähigkeitenprofil als auch der persönlichen Leidenschaften entsprechen:

  • Startup gründen (MVP bauen, Co-Founder suchen, fundraising…)
  • Nischenprodukte (Solo Produkte bauen, vermarkten, monetarisieren, weiterentwickeln…)
  • Agentur (Als freelancer starten, erste Leute einstellen und mit den Projekten langsam wachsen…)

Für ein Startup gibt es zwar Ideen, allerdings ist es von der Idee zur Umsetzung und der Finanzierung ein langer Weg. Insbesondere da ich nicht zu früh kleine Finanzierungen aufnehmen wollen würde.

Nischenprodukte zu entwickeln und ohne Investoren direkt zu monetarisieren wäre hier wesentlich reizvoller für mich. Insbesondere da solche Produkte den ultimativen Grad an Freiheit ermöglichen, eine laufende App erzielt auch Einnahmen während man im Urlaub ist. Auf der anderen Seite ist man natürlich auch längerfristig alleine unterwegs und hat potenziell weniger Austausch mit anderen Menschen im eigenen Netzwerk.

Das Agenturgeschäft war vor meiner letzten Startup-Gründung der Weg, den ich alternativ gegangen wäre. Die Zusammenarbeit mit Kunden hat mir schon immer Spaß gemacht. Zusätzlich ist die Monetarisierung klarer und zeitlich nicht ganz so unvorhersehbar. Darüber hinaus arbeite ich gerne an verschiedenen Dingen, hands-on, statt über Jahre nur an einer Sache und bei schnellem Wachstum hauptsächlich im Management. Ein weiterer Gedanke für mich ist, dass ich daran glaube, dass im Ruhrgebiet in den nächsten Jahren viel Veränderung passieren wird. Ich finde es sehr reizvoll in diesem Prozess einen Beitrag zu leisten und die Entwicklung einer ganzen Region mitzugestalten und hautnah zu erleben.

Mit der Entscheidung eine Agentur aufzubauen ist also der Bedarf einer initialen eigenen Webseite entstanden um nach außen zu kommunizieren, dass ich Dienstleistungen anbiete.

Strategie

Grundsätzlich ist die Strategiefindung für mich sehr wichtig, aber gleichzeitig auch ein Prozess in dem sie über die Zeit immer weiterentwickelt wird. Deshalb finde ich es richtig sich nicht tagelang mit der Strategieentwicklung zu beschäftigen, sondern schnell etwas initiales festzuhalten und sie neben anderen Tätigkeiten, Gesprächen usw. immer im Hinterkopf weiter köcheln zu lassen. Durch neuen Input kann man kontinuierlich an seiner Strategie arbeiten und diese zu schärfen. Somit ist meine Strategie genau das: Eine einfache, initiale Version die ich durch neue Eindrücke und Erfahrungen kontinuierlich weiter entwickle.

Eine Agentur zu gründen die digitale Produkte entwickelt ist die Vision. Allerdings ist meiner Auffassung nach eine 1-Mann Agentur keine Agentur, sondern ein Freelancer oder Consulter. Von einem auf den anderen Tag als Einzelkämpfer eine Agentur zu gründen ist also nach meinem Verständnis gar nicht möglich. Für mich bedeutet das, mich zunächst als “Manuel Schoebel” zu positionieren und eben Dienstleistungen abhängig meiner Erfahrungen anzubieten. Aus dem daraus entstehenden Cashflow sollen dann erste Mitarbeiter eingestellt werden. Bei Bedarf werde ich auf Freelancer aus meinem Netzwerk zurückgreifen um Ressourcen flexibel zu steuern.

Im ersten Schritt will ich mich dabei zunächst möglichst breit aufstellen, statt zu fokussieren. Grundsätzlich ist es mMn. sinnvoller genau das Gegenteil zu tun, nämlich zu fokussieren, allerdings ist mir noch nicht 100%ig klar in welche Richtung ich den Fokus setzen sollte. So lange das noch nicht der Fall ist, will ich mich breit aufstellen und über Erfahrung und mehr Input dann fokussieren.

Ab einem gewissen Zeitpunkt soll dann der Wechsel zur Agentur passieren. Das bleibt zwar im Hinterkopf, beeinflusst aber die Gestaltung der persönlichen Webseite zunächst noch nicht.

Konzept der Webseite

Auf der Webseite soll deutlich werden in welchen Bereichen ich unterstützen kann. Der Fokus soll dabei schon in die Richtung “Digitale Produktentwicklung” gehen, aber eben auch zeigen wie ich in dem Umfeld noch unterstützen kann. Außerdem soll sie dazu beitragen das Vertrauen zu potenziellen Kunden aufzubauen. Dafür ist aus meiner Sicht einerseits Vertrauen in die fachliche Umsetzung wichtig (Kann ich als Kunde meine Ziele mit Manuel erreichen?) und auf der anderen Seite ein persönliches Kennenlernen (Will ich als Kunde persönlich mit Manuel Zeit verbringen?).

Da digitale Produktentwicklung auch viel mit Kreativität, Innovation aber auch Technologie zu tun hat, soll das visuell durch eine gewisse Verspieltheit und technische Ausrichtung dargestellt werden. Ich hatte damals schon das Raumfahrer-Thema aufgegriffen und werde es, auch auf die Gefahr hin dass es etwas abgedroschen ist, wieder aufgreifen.

Beim Marketing setze ich persönlich am liebsten auf inbound marketing und dafür nutze ich sowohl meinen Blog als auch soziale Medien. Daher ist ein Blog Pflicht (außerdem habe ich noch alten content der etwas Traffic zieht), Verlinkungen zu allen sozialen Kanälen und ich will direkt vom Start zumindest die Möglichkeit für die Newsletter subscription anbieten um Emails zu sammeln. Die Möglichkeit mich zu kontaktieren soll natürlich ebenfalls einfach möglich sein.

Content Struktur

Etwas schwer habe ich mich mit der Struktur des Contents getan. Auf Grund meiner bisherigen beruflichen Laufbahn habe ich viele verschiedene Bereiche kennen gelernt, vom Online Marketing, SEO, UI, UX, Produktmanagement, IT-Management, Organisationsaufbau bis hin zu viel Programmierung. Das darzustellen ist auf verschiedene Art und Weise möglich, bspw. könnte man den Aufbau eines Startups als Prozess von Ideation über MVP Entwicklung bis hin zur Wachstumsphase aufzeichnen.

Um eine sinnvolle Struktur aufzubauen habe ich mich entschieden die Perspektive von potentiellen Kunden einzunehmen und vier Personas erstellt. Diese vier Personas sind mögliche, beispielhafte Kunden aus verschiedenen Segmenten. In meinem Fall ein Freelancer, ein Startup Gründer, ein Manager aus dem Konzernbereich und ein Geschäftsführer eines kleineren Unternehmens.

Personas

Bei den Personas war insbesondere wichtig zu überlegen, in welcher Situation sie sich gerade befinden. Welche Herausforderung haben diese und welche Hilfestellung benötigen sie. Dabei habe ich versucht das möglichst ohne Rücksicht auf meine eigenen Fähigkeiten aufzuarbeiten um ein “objektives” Verständnis der Kundenbedürfnisse aufzuzeigen.

Personas mit post-it notes

Diese Bedürfnisse habe ich dann in drei Oberbegriffe aggregiert. Somit sollten sich potentielle Kunden aus diesen Segmenten angesprochen fühlen und erkennen, dass ich ihnen einen Mehrwert bieten kann. Die drei Oberbegriffe unterteilen sich in:

  • Gründer und Startupberatung
  • Digitale Produktentwicklung
  • IT Management & Leadership

Natürlich sind die Personas fiktiv und erheben keinen Anspruch darauf die Realität 100%ig genau zu treffen. Aber es ist eine anfängliche Hypothese wer meine Kunden sind. Und natürlich basieren sie auch auf meiner, durchaus echten Erfahrung. Mit der Zeit werde ich immer mehr über meine Kunden lernen und kann die Personas weiter überarbeiten und dann auch den Content weiter anpassen.

Auf Basis der Content-Struktur und des Konzepts habe ich als Nächstes an dem Mockup gearbeitet.

Mockup

Für Mockups als auch Prototypes nutze ich Adobe XD. Im Falle dieser Webseite bei der Interaktion keine große Komplexität darstellt, habe ich mich dazu entschieden nur einen high-fidelity mockup zu erstellen und auf bspw. wireframes und low-fidelity mockups als auch interaktive Prototypen zu verzichten. Mein Ziel ist es die Webseite möglichst schnell online zu stellen und nicht zu viel Zeit in vorab Nutzer-Tests zu stecken. Für mich ist es völlig in Ordnung Feedback direkt über die live Webseite zu bekommen. Trotzdem ist ein Mockup sehr hilfreich, statt einfach drauf los zu coden. Zum einen ist es schneller die UI zu erstellen und zu ändern, man kann sehr einfach und schnell Feedback bekommen und zum anderen hilft es auch bei der Umsetzung in code, da ich schon vor der Implementierung genau weiß, wie ich zB. Komponenten strukturiere.

Adobe XD

Nach dem ersten Wurf habe ich den Mockup über Adobe XD veröffentlicht und in einem kleinen Kreis Feedback eingeholt.

Adobe XD Feedback

Nach der Umsetzung des Feedbacks folgte die Implementierung, den ich in dem 2ten Teil in den nächsten Tagen beschreiben werde.

Update: Hier geht es zum 2ten Teil

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